Was ist eine Lotterie?

Der Duden definiert die Lotterie als eine „staatliche Auslosung von Gewinnen, an der jemand durch Kauf eines Loses teilnimmt“. Ähnlich wie das deutsche Los beinhaltet auch das italienische lotto und das französische lot außer der Bedeutung „Anteil“ auch „Schicksal“. Bereits im 15. Jahrhundert sollen die Ratssitze der Republik Genua unter den würdigsten 90 Anwärtern verlost worden sein, wobei das Los, das auf sie fiel, als lotto (Schicksal) bezeichnet wurde. Der Anstoß, Namen durch Zahlen zu ersetzen, führte später zur Durchführung eines reinen Glücksspiels auf derselben Grundlage, ebenfalls in Genua. Das Lottospiel war geboren. Doch in welchem Sprachraum sich der Ausdruck zuerst durchsetzte, bleibt bis heute umstritten.

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Faszination Lotterie

Durch die Auslosung einer Zahl aus einer beschränkten Menge werden unter den Losbesitzern die Gewinner ermittelt. Die Faszination, die dieses simple Konzept hervorruft, ist seit dem Altertum unverändert geblieben. Eines der ausdrucksstärksten Beispiele dafür ist die spanische Loteria de Navidad. Während der deutsche Zuschauer in der Adventszeit beim Gucken der Sissi-Trilogie in Kindheitserinnerungen schwelgt, sitzt die spanische Nation gebannt vor ihren Bildschirmen und sieht einem süßen Kinderpaar beim Zahlenziehen zu. Die staatlich veranlasste Lotterie wurde 1812 ins Leben gerufen und überdauerte ununterbrochen den spanischen Bürgerkrieg und das Franko-Regime. Kein Wunder in dem krisengeplagten Land, wo die Lotterie die größte Ausschüttung weltweit vorweisen kann – 2,24 Mlrd. € und das El Gordo, der Preis der ersten Kategorie, 4. 000. 000 € beträgt.

Es leuchtet ein, dass der Lotteriespiel zu den ältesten Vergnügungsarten der Menschheit gehört. Glücksspiel ist und bleibt ein anziehender Zeitvertreib, der heute vor allem in Form von Casinospielen ausgelebt wird (hier übrigens Casinospiele zum kostenlosen Downloaden!). Bereits in den altgriechischen Mythen ziehen Soldaten Steinchen aus einem Helm und entscheiden somit, wer in einem Einzelkampf mit Zeus eines heldenhaften Todes sterben darf. Nicht weniger eindrucksvoll ist auch das Beispiel aus der Bibel, in dem Moses das Land westlich des Jordan unter den Söhnen Israels – wer hätte das gedacht – verlost. Im Alten China durfte die Lotterie 100 J. v. Chr. sogar eine staatstragende Rolle übernehmen, als von ihrem Erlös die Große Chinesische Mauer errichtet wurde. Ähnlich Julius Cäsar, der durch Lotterie-Einnahmen marode Infrastruktur und Krankenhäuser in Schuss brachte. Nun, das deutsche Finanzministerium heutzutage versteht sich ohnehin gut aufs Einnehmen, jetzt müssten nur noch die entsprechenden Ausgaben her.

Das Lottospiel in Deutschland

In Deutschland unterliegt das Recht, Lotterien auszutragen, einem Staatsmonopol. Dabei existieren zwei unterschiedliche Konzepte des Spiels. Bei dem s.g. aktiven Lottospiel muss der Losbesitzer eine begrenzte Anzahl von Zahlen aus einer vorgegebenen Reihe aussuchen. Im Falle des Spiels „6 aus 49“ bedeutet das, dass auf dem Tippschein 6 aus den angebotenen 49 Zahlen angekreuzt werden müssen. Später werden bei der Ziehung wiederum 6 Gewinnerzahlen ermittelt. Jede erratene Zahl ist ein Treffer und aus der Anzahl der Treffer ergibt sich die Gewinnstufe. Durch ein Quotensystem wird entschieden, welcher Prozentsatz des eingezahlten Gesamteinsatzes auf jede einzelne Gewinnstufe entfällt. Die spanische Lotterie dagegen wird als passiv bezeichnet. Auf dem erworbenen Los steht bereits eine mehrstellige Losnummer aufgedruckt. Die Ziehung ermittelt eine oder mehrere Gewinnzahlen oder nur Endziffern. Die Auszahlungen in Entsprechung mit den Gewinnstufen werden von vornhinein festgelegt. Die zwei Typen werden jedoch nicht immer strikt voneinander getrennt und werden des Öfteren mal als in Mischform verwendet.

Der Deutsche Lotto- und Totoblock als Zusammenschluss der Landes-Lotteriegesellschaften ist der alleinige Veranstalter des Lottospiels in Deutschland. Die Ziehung der Gewinnzahlen kann am Mittwoch- und am Samstagabend live im Internet oder via Fernsehübertragung (mittwochs im ZDF und samstags im Ersten)verfolgt werden.

Noch mehr interessante Fakten:

Die britische Monarchin, Elisabeth I., war bekanntlich ledig und kinderlos, nicht umsonst bekam sie den Spitznamen The Virgin Queen verpasst. 1569, als es im Budget an allen Enden fehlte, wurde sie von ihren Beratern unter Druck gesetzt und zur Eheschließung mit einem einflussreichen Regenten gedrängt. Doch diese, viel zu unabhängig und rational für derartige Spielchen, rief kurzerhand eine Lotterie aus. Die Aktion verlief derart erfolgreich, dass sie für die nächsten 200 Jahre zum festen Bestandteil der Finanzpolitik des Landes wurde und unter anderem solche Bauprojekte ermöglichte, wie das British Museum.

Lotterieeinnahmen wurden zur tragenden Säule bei der Entstehung der ersten britischen Kolonie Jamestown in Nordamerika. Der englische König James I. beauftragte die Londoner Aktiengesellschaft „Virginia“ mit der Durchführung von einer Lotterie zur Finanzierung der Bauarbeiten in der neuen Siedlung. Bald wurde auch diese auf regulärer Basis durchgeführt.

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